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Wir Pflegende stehen im steten Spannungsfeld komplexer Ansprüche und Verpflichtungen - die Notwendigkeit einer fundierten Ethik für Pflegeberufe rückt immer mehr in den Vordergrund....... Haben wir diesen Standpunkt, diese Kompetenz bereits erreicht? Wenn "Nein", was benötigen wir noch dazu? Kennen wir unsere Ausbildungsgrundlagen, Rechte Pflichten, Verpflichtungen.......? Was belastet Sie / uns? Diskutieren Sie mit....... Anregungen, Fragen, Bemerkungen etc. - unter dem Kennwort "Ethik" bitte an: helga.tschugg@oebai.at
Unsere alltägliche Arbeit im "Pflegebereich" ist bestimmt durch eine Vielzahl von Erwartungen und Ansprüchen, die von Kunden / Patienten und ihren Angehörigen, den Ärzten und Kollegen an uns herangetragen werden und uns über das fachliche Wissen und Können hinaus auch als Personen einfordern: Stets soll die auf den Patienten möglichst individuell abgestimmte Pflegemaßnahme sachgerecht und sorgfältig durchgeführt und das rechte Wort gefunden werden, sollen Aufmerksamkeit, Freundlichkeit, Verständnis und Anteilnahme sich mit Sachverstand, Nüchternheit und Umsicht sowie Teamgeist, Kollegialität und Kooperationsbereitschaft verbinden; der Betriebsablauf in der Einrichtung soll reibungslos und effektiv - auch die Forderung nach Effizienz rückt vermehrt in den Vordergrund - organisiert sein; Medikamente sind sachgerecht zu verabreichen; der Arzt soll sich darauf verlassen können, dass seine Entscheidungen akzeptiert und mitgetragen und seine Anordnungen befolgt werden. Entscheidungen im medizinischen und pflegerischen Bereich haben Auswirkungen auf das Wohlbefinden des Patienten. Sie sind deshalb oft von hoher ethischer Relevanz. In diese Entscheidungen werden wir häufig einbezogen, indem wir diese in ein bestimmtes Handeln am Patienten umsetzen müssen. Es wird vorausgesetzt, dass wir in der Lage sind, einen eigenen ethischen Standpunkt hinsichtlich dessen zu vertreten, was erlaubt und für den Patienten das Beste ist. Schließlich haben wir in der Regel einen ethischen Anspruch an uns selbst, der jedoch immer wieder im Blick auf das konkrete Handeln fokussiert und präzisiert werden muss. Neben diesen ethischen Herausforderungen - sie betreffen vor allem den Umgang mit dem Menschen am Beginn und am Ende des Lebens, den Umgang mit ihm bei sehr pflegeintensiven Erkrankungen, in Zuständen, in denen der Kunde / Patient aufgrund geistiger Leistungseinschränkungen oder sonstiger Bewusstseinsveränderungen nicht zu eigenständigen Entscheidungen in der Lage ist, sowie in Situationen, in denen er zu einem "bloßen Objekt" in einem medizinisch-technischen und pflegerischen Betrieb zu werden droht - sehen wir uns einer Reihe weiterer Ansprüche gegenüber, die nicht unmittelbar aus dem eigentlichen beruflichen Arbeitsfeldes an uns herangetragen werden, die uns aber ebenfalls spürbar einfordern können. Da geht es etwa darum, unseren Berufsstand in der Gesellschaft zu repräsentieren und sich für die Belange politisch zu engagieren. Aus der fortschreitenden Spezialisierung pflegerischer Dienste und der Notwendigkeit, sich angesichts der ständigen Zunahme von Fachwissen auf dem Laufenden zu halten, resultiert für viele von uns die Verpflichtung zur Teilnahme an Fort-. und Weiterbildungsveranstaltungen. Im privaten Bereich erleben sich die meisten von uns Pflegenden eingebunden in die Familie und das soziale Geflecht unserer unmittelbaren Lebenswelt. Immer wieder geht es dabei auch um das Wahrnehmen von Verantwortung und die Realisierung ethischer Werte und Normen. Diese kurze Beschreibung der Komplexität von Ansprüchen und Verpflichtungen macht deutlich, dass wir Pflegenden neben der fachlichen Kompetenz auch über eine ethische Kompetenz verfügen müssen. Wir müssen wertbestimmte Entscheidungs- und Handlungskriterien zur Hand haben, wollen wir von einem fundierten Standpunkt aus verantwortbare Pflege gestalten. In den Spezialbereichen der Pflege kumuliert diese Anforderung, Herausforderung und Belastung an uns Pflegende stetig. (Vgl.Tschugg, H.; Literaturzusammenfassung: 2008 / Vgl. Nowakiewitsch, Ch.: 1998)
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